Nachruf Brigitte Schneider
Die vhs Gelsenkirchen trauert um Brigitte Schneider, die nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Fast 25 Jahre hat sie unser Haus als politische Bildnerin und Historikerin, aber auch als kommissarische und stellvertretende Leitung nach außen und innen geprägt. Wir verlieren mit ihr nicht nur eine engagierte, kreative und empathische Kollegin, sondern vor allem auch eine unermüdliche Kämpferin für die Stärkung der Demokratie und der politischen Bildung, die für sie nicht früh genug beginnen konnte.
Sie setzte sich ein für die Fortbildung von Schülervertretungen ebenso wie für öffentlichkeitswirksame Denkanstöße in Form von Straßenzeitungen und stummen Demokratiebotschaftern. Urdemokratische Veranstaltungen wie BarCamps initiierte sie bei uns im Haus und organisierte sie über viele Jahre hinweg. Eine Herzensangelegenheit waren ihr die Frauenrechte und die Qualifizierung von Frauen. Ob spezielle Computerkurse für zugewanderte Frauen, Wochenendkurse außerhalb von Gelsenkirchen oder „ihre“ Brückenfrauen – ihre Ideen und ihr Engagement für derartige Projekte waren unermesslich.
Als Historikerin war sie gerade der Stadt und Arbeitswelt Gelsenkirchens in Besonderem verbunden. Sie forschte zur Geschichte der Textilwirtschaft in unserer Stadt und hielt das Wissen um die Veränderungen in der Arbeitswelt durch thematische Ausstellungen und Stadtrundfahrten zur „Arbeit an der Mode“ bis heute aufrecht.
Brigitte Schneider prägte als engagierte Gewerkschafterin die örtliche Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben, eine Kooperation zwischen Volkshochschule und dem DGB Stadtverband Gelsenkirchen. Über Jahre hat sie Bildungsangebote mit dem Ziel konzipiert, Teilhabe an politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen zu vermitteln. Ihre Liebe zu gutem Kaffee und anlasslosem Kuchenbacken für die vhs Gelsenkirchen werden wir fortführen und ihr ein ehrendes Andenken bewahren.